Bally Wulff Technik "1983" (ca. 1983-?)

 
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TITAN, MARK ALPHA und andere



Stand: 30.08.2020

Dieser Artikel ist mein Versuch, d.h. aus meiner Sicht als Automatensammler und Bastler, die im MARK ALPHA, TITAN, usw. verwendete Technik und mögliche Fehler dieser Geräte zu beschreiben. Vieles fehlt noch, wenn ich das erforscht habe und 'mal wieder Zeit habe, werde ich das hier ergänzen.
Alle Angaben entsprechen meiner subjektiven Meinung, können unvollständig sein und eventuell sogar schlicht falsch. Falls Sie Derartiges entdecken schreiben Sie mir das bitte, Vielen Dank!


Technik:

Gehäuse: Die Leisten links/rechts/oben/unten bestehen aus gebürstetem Aluminium und sind sehr pflegeleicht. Die Türecken und die Tastenumrandungen unten dagegen sind gegossen und lackiert, leicht zu zerkratzen und wirken wegen der dunkleren Lackierung immer etwas "vergilbt".

Antrieb: Der Antrieb erfolgt über jeweils einen normalen Elektromotor für jede Walze
Das Stoppen der Scheiben erfolgt über je einen Startmagneten. "Start"-Magnet bedeutet: Ohne Strom/in Ruhe hält er die Scheibe fest, wenn er anzieht läßt er sie los.

Gewinnabtastung: Der mittlere Ring in jeder Walze enthält eine Codierung = Öffungen im Ring. Je nach Walzenposition werden dadurch die Lichtschranken unterschiedlich abgedeckt/oder nicht und damit das Walzenbild erkannt. Der Mark Alpha hat wegen der großen Walzen jeweils 5 Lichtschranken, die kleineren Titan-Walzen jeweils 4.

CPU: Das CPU-Board befindet sich über den Walzen an der Rückwand in einer kleineren (Mark Alpha) oder größeren (Titan) Metallbox.
Dort befinden sich die üblichen Computerbausteine wie CPU und RAM usw.
Ein (Mark Alpha) oder mehrere (6 x 2716 beim Titan!) EPROMs beinhalten das gerätespezifische Betriebsprogramm des Automaten. Die Fenster der EPROMs sind normalerweise lichtdicht abgeklebt da sonst schon das Umgebungslicht das dort gespeicherte Programm früher oder später löschen würde. Bei meinem MARK ALPHA war der Aufkleber beschädigt, daher habe ich das Fenster zusätzlich mit schwarzem Isolierband abgeklebt. Beim TITAN waren die Fenster garnicht abgeklebt, wohl weil die EPROM-Platine sich in der geschlossenen CPU-Box befindet. Das war mir aber zu unsicher und ich habe auch die mit Isolierband verschlossen.
Die Treiber-ICs für die Lampen und Displays sind auch auf dem CPU-Board untergebracht.
Auch die Batterie befindet sich dort, beim Mark Alpha ist das eine eingelötete Knopfzelle auf der Haupplatine, beim Titan sind es mehrere auf einer eigenen Platine im CPU-Kasten.

Münzeinheiten: Im Gerät links und rechts befinden sich 2 Münzeinheiten ohne eigene Elektronik.
Die Münzprüfung geschieht durch jeweils einen mechanischen Münzprüfer.
Durch einen Sperrmagneten am Münzprüfer kann die CPU die Annahme von Münzen bei Bedarf verhindern..
Die Aufzählung erfolgt durch Federschalter für jede Münzsorte, die durch die fallende Münze betätigt werden. Die Kontakte dieser Schalter sind wie üblich in Ruhe geschlossen, und werden nur kurz geöffnet, wenn eine Münze durchfällt.

Ob sich in den Röhren überhaupt Münzen befinden meldet ein Federschalter unten an jeder Röhre der CPU.
Für die Auszahlung gibt es pro Münzsorte einen Auswurfmagneten.

Netzteil: An der Rückwand unten in der Mitte befindet sich das Netzteil zur Erzeugung der verschiedenen benötigten Spannungen
Die Spannungen werden dort nur mit Brückengleichrichtern grob gleichgerichtet. Spannungsregler gibt es dahintergeschaltet dann, wo erforderlich, auf den anderen Platinen (z.B. CPU-Board).

Beim Mark-Alpha befinden sich auf der Platine beim Trafo auch die Feinsicherungen für die Spannungen. Beim Titan sind die aus Platzgründen auf der CPU-Basisplatine untergebracht. Leuchtdioden daneben seigen den Zustand an. (Aus = defekt)

Nicht so schön ist die einfache und oben und unten offene Plastikabdeckung der Netzteilplatine. Wenn man hier nicht aufpasst könnte man dort versehentlich die 220V berühren. Bei meinem Titan fehlte die Abdeckung sogar ganz, so dass ich mir da selber etwas basteln musste.

In dem grauen Plastik unter dem Trafo sind neben einer Steckdose auch noch 2 versenkte Sicherungshalter für die 220V-Absicherung. In dem grauen Kasten ist innen uch der Netz-Entstörfilter verbaut.

Eine lange Nase am grauen Plastik enthält den Türschalter: Ein Metallstift an der Tür trifft beim Schließen genau den Schlitz dort und schaltet damit die 220V an.
Damit der Servicetechniker das Gerät auch offen anschalten kann, ist dort ein kleiner Plastik-"Schlüssel" befestigt, den man abnehmen und im Schlitz verdreht arretieren kann. Damit ist der Strom dann auch bei offener Tür angecshaltet. Dann sollte man sehr vorsichtig sein, da, wie gesagt, am Netzteil die 220V nicht wirklich sicher abgedeckt sind!

Wartung/Reparatur:

Sicherheitshinweise: Einige Teile im Gerät stehen im Betrieb unter 220V (s.o.)! Reparaturen an spannungsführenden Teilen sollten nur durch den Fachmann erfolgen. Ziehen Sie vor jedem Öffnen des Gerätes den Stecker aus der Steckdose. Prüfen Sie nach jedem Eingriff in das Gerät und bevor Sie es berühren ob Gehäuseteile unter Spannung stehen. Das Gerät darf nur verwendet werden an Steckdosen die mit Schutzleiter versehen sind! Alle Metallteile im Gerät müssen mit dem Schutzleiter verbunden sein! Verwenden Sie zusätzlich einen FI-Schutzschalter, die sind z.B. auch als Zwischenstecker für die Steckdose erhältlich und deutlich billiger als Ihre Beerdigung.

Batterie(n) tauschen : Die Batterie befindet sich bei den ersten Geräten dieser Gehäuseform (Mark Alpha) auf der Hauptplatine, bei späteren Geräten (Titan) auf einer eigenen Platine im CPU-Kasten. Es handelt sich dabei eine (MArk Alpha) oder mehrere /Titan) eingelötete 3V-Knopfzellen. Die Batterie sorgt dafür, dass die RAMs ihre Daten dort auch nach dem Ausschalten nicht verlieren, z.B. die aktuellen Zählerstände. Die Knopfzellen in diesen Geräten halten sehr lange. Batterien laufen aber früher oder später alle aus. Auch wenn bei Knopfzellen dabei nicht viel Flüssigkeit austritt, könnten doch auch einzelne Tropfen auf der Platine oder der darunterliegenden Spielwalze Schäden verursachen. Wenn man die Batterien noch "gut sind" und man sie deshalb erstmal nicht auslöten mag, so sollte man doch geeignet z.B. Plastikfolie unterschieben / unterlegen, um Beschädigungen zu minimieren.
Wenn man die Batterie austauscht, sollte man die neue über längere Drähte anschließen und die Batterie irgendwo im Gehäuse unterbringen, wo sie beim eventuellen Auslaufen in einigen jahren keinen Schaden anrichten kann. Statt so einer Knopfzelle kann man ein jede andere Bauform nehmen, die 3V liefert, z.B.a uch ein Batteirepack mit 2 normalen Mignon-Batterien.

Lämpchen / Tastenbeleuctung: Bally ist leider nicht konsistent, was die verwendeten Lämpchen-Typen angeht: Beim MARK ALPHA und wohl allen frühen Geräten dieser Gehäuseform werden 24V-Glassockelbirnen verwendet, beim TITAN schon 6V-Birnen.
D.h. beim Austausch der Birnen ist Vorsicht geboten, man muss vorher genau prüfen, welche Birnen das jeweilige Gerät verwendet!
Es dürfen keine Birnen mit weniger Volt verwendet werden, da fliesst dann ein zu großer Strom und das zerstört meist zuverlässig und sofort das Lampentreiber-IC. Deshalb befinden sich in den Geräten üblicherweise auch überall Aufkleber mit Hinweis auf die Volts der Birnen. Oft sind die aber schon altersbedingt abgeblättert.

Birnen, die die nicht mehr ganz klar sind und deutlich gräulich oder schwärzlich aussehen sollte man auch tauschen, wenn sie noch brennen: die sind von innen verrußt, werden damit deutlich heißer als klare Birnen und beschädigen damit früher oder später die Glasscheibe, das umgebende Plastik und/oder die Platine, in der sie stecken!

Etwas schwieriger ist auch der Birnentausch in der Start/Stop- Taste, der Risiko-Taste und bei der "Einwurf-frei"-Lampe: Dort verwendet Bally mit Tauchlack gefärbte Lämpchen. Leider sind gefärbte Lämpchen (und dann noch in der richtigen Spannung) nur schwer zu erhalten. Es gibt wohl Händler bei eBay, die die selber tauchen und dann anbieten. Eventuell kann man auch die bunten Abdeckkappen aus dem Flipperhandel nehmen, die wirken dann abr siche rnicht so brilliant/klar wie getauchte. Oder man kauft sich eben hitzefesten Tauchlack in verschiedenen Farben.
In der von Vorne linken Taste sind das 2 grüne und 2 rote Birnen für "Start" und "STOP". In der rechten Taste 2 gelbe für Risiko und zwei weiße, die aber nur beim Pausenlicht gelegendlich einmal leuchten.
Die 2 "Einwurf-frei"-Lampen links und rechts sind ebenfalls grün. Zumindest bei diesen kann man hitzefeste grüne Farbfolie nach vorne einklemmen und dann weiße Lämpchen verwenden.

Bei "neueren" Geräten mit diesem Gehäuse (wie beim TITAN) ist die Auszahlschale links und rechts beleuchtet. Ältere Geräte (wie MARK ALPHA) haben das noch nicht. Der Platz und auch die Transparente Abdeckung dafür sind aber beriets vorhanden, so dass man das mit geringem Aufwand nachrüsten könnte.

Antrieb: Der Antrieb erfolgt über jeweils einen normalen Elektromotor für jede Walze
Das Stoppen der Scheiben erfolgt über je einen Startmagneten. "Start"-Magnet bedeutet: Ohne Strom/in Ruhe hält er die Scheibe fest, wenn er anzieht läßt er sie los.

Bei den senkrechten Walzen des MARK ALPHA ist der Startmagnet separat, außerdem gibt es an jeder Walze ein kleines Getriebe mit Rutschkupplung/Filzscheibe:
(Im Bild eine Motorplatine direkt nach der Reinigung. Der Motor ist noch nicht neu geschmiert und es fehlt auch noch ein Birnchen im mittleren Sockel.)


Die Filzscheiben sind oft durch falsche oder zu reichliche Schmierung dort verschmutzt. Im günstigsten Fall sollten die ganz trocken sein, die sollen ja etwas bremsen = die Walze mitnehmen wenn der Motor andreht. Ich lege verschmutzte Filzringe immer in ein kleines Glas mit Deckel, fülle dort etwas Lösungsmittel für Farben ein und schüttel das dann durch. Dann noch kurz grob Abtrocken durch glattes Pressen in Küchenkrepp und kurz auf die Heizung und die Ringe sehen wie neu aus.

Die Umlenkwelle habe ich nach der Reinigung mit einem nicht-harzenden Fett geschmiert, ebenfalls (aber sehr sparsam) die Achse, auf der die Walze läuft. Die Motorachse hat von mir etwas Silikon-Öl erhalten.
Ob das so optimal ist, weiß ich nicht, ich bin kein Öl-Spezialist. Nach schlechten Erfahrungen mit anderen Ölen, die dann nach wenigen Jahren verharzten und verklebten, fällt mir derzeit aber nichts Besseres ein. Insbesondere das sehr dünnflüssige Silikon-Öl könnte sich schnell verflüchtigen (?).

Bei den waagerecht drehenden Walzen des Titan ist der Stopmagnet sehr geschickt und wartungsfreundlich mit im Motor verbaut:
Wenn der Motor Strom bekommt, wird die Platte vom Motor selber angezogen und gibt die Walze frei. Ist der Strom weg, wird sie durch federn in den Löchern wieder nach oben gedrückt und rastet in dem nächsten Feld ein.
Auch hier sind es normale Elektromotore, keine Stepper/Schrittmotore, auch wenn sie ein bischen so aussehen.


Die Motorachsen habe ich hier nach der Reinigung sehr sparsam mit einem nicht-harzenden Fett geschmiert.

Die 5 Walzen haben alle unterschiedliche Felder, daher müssen sie nach dem Ausbau und der Reinigung wieder an die richtige Position im Gerät. Dazu steht auf jeder Walze in einem Feld die Nummer der Walze ("1" bis "5"). Die Walzen sind dann im Gerät wie folgt angeordnet:

1     2
   5
3     4

Funkentstörfilter/Netzfilter tauschen? : Nach geltendem Gesetz (EMVG) war und ist auch in Spielautomaten ein Funkentstörfilter im Netzteil erforderlich, um Funkstörungen beim Betrieb des Gerätes auszuschließen. Dieser Filter ist nur zu diesem Zweck vorhanden, der Automat liefe auch fehlerfrei ohne ihn. Der Netzfilter besteht in der Regel aus zwei Kondensatoren und einer Spule und ist im Netzteil in die 220V-Leitung zwischengeschaltet. Es gibt verschiedene Bauformen, bei diesen Geräten sind alle Bauteile in einem Gehäuse verbaut und vergossen.
Leider haben diese Kondensatoren die Eigenschaft zu altern. Das führt dann dazu, daß heiße Elektrolytflüssigkeit und/oder die kochende Vergußmasse ausläuft, was dann meist mit beißendem Qualm aus dem Gerät und dem herasufliegen der Sciherung verbunden ist.
Zerstört wird dabei im Netzteil normalerweise nur der Netzfilter selber und eine oder beide 220V-Sicherungen. D.h. man kann den Entstörfilter dann austauschen und alles läuft wieder.
Nach wievielen Jahren dies passiert, ist nicht vorhersehbar. Nach meinen Erfahrungen mit meinen Geräten geschieht dies nach ca. 20-30 Jahren, d.h. bei diesen Bally-Geräten vermutlich in naher Zukunft.
Man kann dem wohl nur vorbeugen, indem man spätestens alle 15 Jahre den Entstörfilter austauscht. Ich kenne zwar auch Automatenbesitzer, die den Entstörfilter entfernen und die Anschlüsse dann einfach überbrücken. Aber auch wenn das Gerät damit problemlos läuft, so entspricht das dann nicht mehr dem EMV-Gesetz!
Der Entstörfilter befindet sich bei diesen Bally-Geräten in der grauen Plastik-Box bei der Steckdose im Gerät. Wenn man die Steckdosenabdeckug abschraubt, kann man den Platikdeckel nach vorne herausziehen.
Arbeiten im Netzteil sollten grundsätzlich nur durch entsprechend ausgebildete Spezialisten erfolgen. Im Netzteil liegen die 220V aus der Steckdose an. Bei Fehlern besteht Lebensgefahr!

Fehler: Im Rahmen der durch die Technik vorgegebenen Möglichkeiten erkennt die CPU Fehler im Betrieb und zeigt sie in der Münzspeicheranzeige an.

Fehlertabellen:


Fehlercodes 

Fehlercode  Fehlerursache laut Handbuch Abhilfe / zu prüfen

(s. Handbuch)


(ohne Code)

  Fehler Abhilfe / zu prüfen
  Mark Alpha: Ein Motor dreht sich nicht und es gibt dann einen Fehler Walze an dem Motor abbauen und dann prüfen ob sich der Motor leicht drehen lässt. Lässt er sich nur schwer drehen, ist er eventuell durch verharztes altes Öl verklebt. Das dann entfernen, z.B. durch Abtupfen mit einem Wattestäbchen mit Verdünner, bis er sich ganz leicht drehen lässt. Dann geeignet neu schmieren.


Bilder:

Innenleben vom Mark Alpha: (Die Flache CPU-Box an der Rückwand ist hier aufgeklappt)



Und beim Titan sieht das so aus:
Oben auf der Platine ist die eine dicke CPU-Kiste. Hinter der Platine mit den 8 Kondensatoren befinden sich noch weitere Platinen in der Box.





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